Jens Meyer

Die russischen Germanistin und Historikerin Prof. Irina Scherbakowa, Gastprofessorin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und als Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial nominiert für den Friedensnobelpreis 2022, zeigt sich nachdenklich während einer Pressekonferenz am Abend an der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Jena. Wenige Stunden nach Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreiseds für Memorial hat ein russisches Gericht die Beschlagnahme der Moskauer Räumlichkeiten der Menschenrechtsorganisation angeordnet. Ein Gericht in der russischen Hauptstadt schlug das Gebäude am Freitag in einem - als politisch motiviert kritisierten Verfahren - dem russischen Staat zu. Die Menschenrechtsaktivistin und Mitbegründerin von Memorial hat eine Gastprofessur an der Universität Jena inne und wohnt in Weimar. Memorial wurde mit dem Ziel gegründet, dass die Opfer des kommunistischen Regimes in der Sowjetunion nicht in Vergessenheit geraten. Die russische Organisation wird für ihr Engagement gegen Militarismus und für ihren Einsatz für Menschenrechte ausgezeichnet.

Jena, 07.10.2022


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